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Ausstellung „Behinderung im Wandel der Zeit“

Im Rahmen der Unterrichtsreihe zum Thema „Ethik“ besuchte der evangelische Religionskurs der Q2 am Donnerstag Nachmittag die Ausstellung „Behinderung im Wandel der Zeit“, ein Projekt der Caritas, das zurzeit in der Aula ausgestellt wird. Das Ziel ist, auf Ausgrenzung und Diskriminierung von marginalen Minderheiten aufmerksam zu machen, die auch heute noch in unserer Gesellschaft eine große Rolle spielt, vor allem aber während der NS-Zeit stark präsent war. Die Schüler*innen erfahren hier etwas über die Hagener Opfer der Euthanasie. Mehr als 300 Hagener*innen kamen bei den Zwangssterilisierungen sowie in den Vernichtungslagern ums Leben. Menschen mit Behinderungen, ihre Verwandte, aber auch schwangere ledige Frauen sowie Menschen mit unzureichenden schulischen Leistungen wurden systematisch katalogisiert und mussten mit Zwangssterilisierungen sowie Ermordung rechnen. Jeder Krankheitsfall oder vermeintlicher „Schwachsinn“ in der Familie wurde dokumentiert, um sogenannte „Erbkrankheiten“ auszurotten. Dass all dies in uns bekannten Straßen und den Hagener Krankenhäusern stattgefunden hat, macht das ganze noch viel erschreckender und anschaulicher. Die Ausstellung nennt nicht nur Fakten, sie zeigt vor allem auch die Schicksale einzelner Opfer, die hier in Hagen gelebt und gelitten haben. Gesichter, Namen, Zitate und Dokumente zeigen, was es hieß, während der NS-Zeit kein kerngesunder, weißer und christlicher Arier zu sein mit einer arischen Familie. Auch psychischen Krankheiten wie Depressionen, Schizophrenie oder einfachem „Schwachsinn“ wurden mit Zwangssterilisierungen und Ermordung begegnet. Erschreckende Geschichten, die uns nicht nur die Vergangenheit vor Augen führen, sondern uns vor allem für die Ausgrenzung von Minderheiten in unserer heutigen Gesellschaft sensibilisieren sollen. Denn auch heute ist dies noch präsent, wenn gleich vieles nur unterbewusst verankert ist. Selbst Sprüche wie „Ich kann den nicht bestrafen. Der ist doch behindert“ grenzen aus und genau darauf gilt es, aufmerksam zu machen. Die Wanderausstellung tut genau dies und die Schüler*innen des Albrecht-Dürer-Gymnasiums können sich eine Woche lang über die Schicksale informieren, bevor das Projekt weiter zu anderen Orten wandert. Denn die Geschichte ist nicht zu ändern, aber es gilt, Lehren daraus zu ziehen und die Welt zu einem gerechteren, barrierefreien Ort zu machen.